Ich packe meine Geburtstasche

Yay, wie aufregend!

Die letzten Wochen der Schwangerschaft sind angebrochen und langsam aber sicher steht eine wichtige Aufgabe an:

Die Geburtstasche packen!

Ganz egal ob du Zuhause, in einem Geburtshaus oder in einer Klinik gebären möchtest, es gibt einfach ein paar Dinge, die du auf jeden Fall dabei haben solltest! Sprich hierzu aber auch nochmal mit der Hebamme / dem Team das dich begleitet, denn meistens gibt es an jedem Geburtsort nochmal Besonderheiten, so hat zB nicht jede Klinik Handtücher parat und in manchen Geburtshäusern darfst du deine eigene Bettwäsche mitbringen. Hier findest Du jedenfalls für jede Eventualität und jeden Geburtsort die wichtigsten Utensilien.

Brauche ich mehrere Geburtstaschen?

Oft wird tatsächlich empfohlen, dass du mehrere Taschen packst. Wenn du zum Beispiel eine Hausgeburt planst, macht es Sinn alle wichtigen Utensilien in einem Korb / einer Kiste bereit zu stellen, so dass alle Menschen in deinem Umfeld alles wichtige schnell finden. Trotzdem macht es Sinn, auch eine minimalistisch Geburtstasche für den Fall einer Verlegung zu packen.
Bei einer geplanten Geburt im Geburtshaus oder auch in der Klinik kann es sinnvoll sein, deine Sachen in zwei taschen zu gliedern. Eine Geburtstasche, die du wirklich bei der Geburt dabei haben möchtest. Und eine Tasche fürs Wochenbett, falls du einen längeren Aufenthalt in der Geburtseinrichtung planst.

Ausreichend Kleidung für dich und deine Begleitung

Klingt banal, kann aber ein echter Gamechanger sein. Denn bei der Geburt sollst du dich so wohl und geborgen fühlen, wie möglich. Und das geht eher schlecht in feuchter, unbequemer oder gar schmutziger Kleidung.

Geburt hat viele verschiedene Phasen, in denen du vielleicht verschiedene Kleidungsstücke brauchst. Mal ist es etwas anstrengender und du möchtest dich vielleicht ausziehen, weil du schwitzt. In einer anderen Phase möchtest du dich vielleicht warm einkuscheln. Vielleicht möchtest du auch mal zwischendurch die Badewanne probieren? Deine Begleitperson darf überall, wo du das möchtest mit. Also pack auch für diesen Menschen für alle Situationen etwas ein. Und nach der Geburt? Nach dem ersten kuscheln, dem ersten Kennenlernen und den ersten Stunden möchtest du vielleicht Duschen und dich frisch machen, bevor du den Heimweg antrittst oder auf der Wochenbettstation ankommst.

Übrigens sollte die Kleidung, die du dabei hast, im besten Fall aus Baumwolle bestehen und heiß waschbar sein. Denn auch wenn du dich in den selbstbestrickten Wollsocken deiner Oma am wohlsten fühlst, wäre es schade, wenn diese dann in Fruchtwasser baden.

  • Für anstrengende Phasen: bequeme Unterwäsche und ein lockeres Shirt
  • für ruhigere Phasen: Warme Socken, ein Pulli, eine Jogginghose
  • für die Wanne: Bustier / Bikinioberteil, oder Shirt, wenn du nicht nackt sein möchtest
  • Für nach der Wanne: Warmer Bademantel und dicke Socken
  • Für nach der Geburt: frische, bequeme, weiche Kleidung für den Wochenbettstart
  • Für deine Begleitung: Die selbe Ausführung!

Eine Decke/ Shirt, was nach Dir riecht

Dein Baby wird sich nah bei dir am wohlsten fühlen. Dein Geruch bedeutet Sicherheit. Fremde Umgebungen wie ein Autositz oder ein Babybett können für dein Baby ungewohnt und ansgteinflössend sein. Eine Decke, ein Spucktuch oder ein Shirt, was nach dir riecht, kann solche neuen Erfahrungen etwas erleichtern.

Mein Hebammentipp: Nimm den Stoff in der Schwangerschaft ein paar Nächte mit in dein Bett, damit er deinen Geruch so richtig annimmt. Wenn dein Baby dann für kurze Momente im Autositz, einem Kinderwagen oder einem Babybett liegen soll, kannst du den Stoff eng über den Sitz / die Matratze ziehen, und dann dein Baby darauf legen. Achtung: Der Stoff sollte so eng an der Unterlage anliegen, dass keine dicken Falten entstehen, in denen sich dein Baby verhaken oder ersticken könnte!

Ein dunkelrotes Handtuch

Dein Baby war nun 10 Monate beschützt in deine Gebärmutter eingekuschelt. Dort ist es vermutlich eher dunkel. Studien haben aber gezeigt, dass Kinder durch die Bauchdecke ein sanftes Licht wahrnehmen können, dass durch die Gefäße und durch das Gewebe rötlich schimmert.

Die Welt dagegen kann ziemlich hell und bunt für dein kleines Baby sein, wenn es geboren wird. Selbst bei gedämmten Licht, ist die Welt hier draussen ziemlich grell im Vergleich zur Gebärmutter.

Meine Empfehlung ist daher:

  • Besorge dir ein dunkelrotes Handtuch. Das kann auch gebraucht und heiß gewaschen sein, es sollte aber schön weich und kuschelig sein. Am besten nimmst du reine Baumwolle, da Naturfaser für Babyhaut am schonendsten ist.
  • Wasche das Handtuch, damit keine Chemikalien, Rückstände und fremden Gerüche mehr drin sind, am besten mit einem geruchsneutralen und sensitiven Waschmittel.
  • Nimm das Handtuch ein paar Nächte mit ins Bett. Kuschel dich ins Handtuch, damit es so richtig schön nach dir riecht.
  • und dann ab in die Geburtstasche damit!

Wenn die Geburt losgeht, macht es Sinn das Handtuch zu wärmen. Geburtseinrichtungen haben dafür Wärmeschränke oder es kann im normaler Backofen (auch bei der Hausgeburt) auf ca. 50- 100 Grad gewärmt werden.

Wenn dein Baby geboren ist, kann deine Hebamme oder eine andere helfende Person schnell das Handtuch holen und dich und dein Baby damit zudecken. Dann kannst du im Hautkontakt mit deinem kleinen Wunder kuscheln und es wird durch das warme, dunkle Handtuch beschützt und fühlt sich direkt geborgen und an die Gebärmutter erinnert.

Deine Hilfsmittel

Sicherlich hast du schon gehört, dass es einige Hilfsmittel und Gegenstände gibt, die dir während der Geburt helfen, dich an deine Kraft und deine Wünsche zu erinnern.

Informiere dich gerne und spüre in dich hinein, welche Hilfsmittel sich für dich stimmig anfühlen. Selbstverständlich musst du für eine gute Geburtserfahrung keine Hilfsmittel anwenden. Aber sie können dir kleine Anker sein, um dich zum Beispiel an deine Atemtechniken, deine mentale Vorbereitung oder deine Stärken zu erinnern.

Affirmationskarten, Geburtskerze, Duftöl, Playlist, Geburtskamm, Meditationen, … die Möglichkeiten sind unendlich. In meinem Geburtsvorbereitungskurs gehen wir auf die verschiedenen Hilfsmittel ein, so dass du das Passende für dich finden kannst.

Wichtige Dokumente

Wir kennen es alle: In der Eile wird schnell mal etwas Wichtiges vergessen. Unterlagen wie deinen Mutterpass, dein Versichertenkärtchen und deinen Ausweis solltest du immer griffbereit haben. Für die Geburtsanmeldung deines Babys brauchst du außerdem noch verschiedene Unterlagen:

  • Deine Geburtsurkunde (und die des anderen Elternmenschen)
  • Wenn vorhanden: Eure Eheurkunde
  • Wenn ihr ein unverheiratetes hetero Paar seid: Eine Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung
  • Eure beiden Ausweise / Kopien eurer Ausweise

Bei gleichgeschlechtlichen Paaren ist die deutsche Politik leider noch sehr hinterher. Es ist nicht möglich, den zweiten Elternmenschen direkt auf die Geburtsurkunde zu schreiben, sondern es kann erst mal nur die leibliche Mutter eingetragen werden. Im Verlauf gibt es dann die Möglichkeit, das Baby zu adoptieren.

Wenn du im Ausland geboren bist oder im Ausland geheiratet hast, macht es Sinn eine deutsche Übersetzung der jeweiligen Urkunden zu beantragen, um die Erstellung der Geburtsurkunde deines Baby zu vereinfachen.

In der Klinik oder einem Geburtshaus wird die Abgabe der Unterlagen in der Regel für dich übernommen. Bei einer Hausgeburt bist du selber dafür verantwortlich die Geburtsanzeige innerhalb einer Woche beim Standesamt einzureichen. Egal wie – es kann bis zu 4 Wochen dauern, bis ihr die Geburtsurkunde dann letztendlich bekommt.

Hebammentipp für deine Geburtstasche:

Packe alle Unterlagen in einen Briefumschlag, damit du sie schnell findest. Die Unterlagen, die du noch im Alltag benötigst, darfst du dann aber nicht vergessen: Ein Klebezettel auf der Geburtstasche oder an der Haustür erinnert dich auch im aufregenden Moment des Geburtsbeginn an alles!

Nützliches

Hier findest Du neben ein paar hilfreichen Unterstützungsmöglichkeiten für die Geburt noch ein paar Kleinigkeiten, die das Drumherum etwas erleichtern können. Ein paar extra Haargummis, weil sie so schnell verloren gehen. Ein paar Kaugummis für zwischendurch. Ladekabel und Co, dass oft vergessen wird.

Und natürlich Snacks und Getränke

Die meisten Gebärenden haben in diesen Momenten wenig Appetit. Aber manchmal braucht es auch während der Geburt einen kleinen Energie-Kick. Packe also am besten gesunde, energiereiche Snacks, die du schnell und nebenher essen kannst. Besonders geeignet sind:

  • Müsliriegel
  • Nüsse
  • Traubenzucker
  • Säfte
  • Obst

Nach der Geburt sieht die Welt dann schon wieder anders aus. Nach dem ersten Kennenlernen-Rausch möchtest du vielleicht etwas richtig deftiges essen. Vielleicht magst du dir ja eine Suppe vorkochen und einpacken, oder ihr bestellt euch eine Runde Pizza oder Sushi zur Feier dieses Wunders!

Du möchtest diese und weitere nützliche Tipps für dich zum Nachpacken? Kein Problem! Gib einfach hier deine Mail-Adresse ein und ich schicke dir eine praktische Checkliste zum abhaken, mit allen wichtigen Dingen auf einem Blick.

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Packliste Geburtstasche

Gleich hast du es geschafft! Noch ein paar Klicks und dann bekommst du deine Packliste direkt per Mail zugesendet. 

Alles Gute für dich und viel Spaß beim packen!
Deine Hebamme Delia