Schwanger und jetzt? Herzlichen Glückwunsch!
Du hast in den letzten Tagen den positiven Schwangerschaftstest in deinen Händen gehalten und fragst dich nun, was die Dos and Donts in der Schwangerschaft sind?
Herzlich Willkommen auf meinem Blog, hier bist du genau richtig!
Erst mal darfst du dir die Zeit nehmen, diese große Nachricht für dich zu verarbeiten. Egal ob du dieses Ergebnis lange erahnt hast oder ob es dich gerade eher unpassend erwischt, so ein positiver Schwangerschaftstest bringt nicht selten viele große Gefühle mit sich und das ist auch okay!
Zweifel, Freude, Sorgen, Ängste, Glück – Alles liegt hier nahe beieinander und kein Gefühl ist an dieser Stelle falsch!
Okay, bist du bereit für die nächsten Schritte? Gleich zu Beginn einer Schwangerschaft kommen viele Dos and Donts auf dich zu und viele Aufgaben, die zum Teil schnell erledigt werden sollten.
Hier ein kleiner Überblick, was du in diesem Blogartikel erfährst:
- Alkohol, Nikotin, Drogen und Medikamente
- Ernährung und Supplemente
- Rohe tierische Produkte
- Sport
- Such dir eine Hebamme
- Beschäftige dich mit den verschiedenen Geburtsorten
Sicher hast du das ein oder andere schon gehört und bei manchen Verboten fragst du dich vielleicht, was dahinter steckt. Deshalb gibt es hier eine kurze Übersicht zu allen Verboten und Geboten in der Schwangerschaft:
Alkohol, Nikotin, Drogen, Medikamente und Koffein
Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Drogen und auch manche Medikamente sind plazentagängig. Das bedeutet, dass sie von der Plazenta (oder auch Mutterkuchen) nicht gefiltert werden und so in voller Menge an dein Baby gelangen können. Das kann in diesem kleinen Organismus massive Schäden und langwierige Folgen haben.
Exkurs Plazenta: Die Plazenta bildet sich etwa um die 5-6 Schwangerschaftswochen aus einem Teil der Zellen und dient als Filterorgan. Sie schmiegt sich eng an die Gebärmutterschleimhaut und versorgt von da über eine Blutverbindung dein Baby mit Nährstoffen. Schädliche Substanzen versucht sie weitestgehend von einem Baby fern zu halten, was ihr im Falle von Alkohol und Co leider nicht gelingt!
Jetzt fragst du dich vielleicht, was in den ersten Schwangerschaftswochen ist, bevor die Plazenta gebildet wird. Gute Frage:
Solange die Plazenta nicht gebildet ist, besteht also vor der 5. SSW keine direkte Blutverbindung zwischen dir und deinem Baby. Trotzdem ist die Annahme, dass Alkohol und Co. in dieser Zeit keine Schäden verursachen falsch! In den ersten Wochen der Schwangerschaft handelt der Körper nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Das heißt vereinfacht: Stellt der Körper fest, dass durch schädliche Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Drogen oder Medikamente ein Schaden am Embryo entsteht oder die Gebärmutter dadurch als “nicht sicher” eingestuft wird, wird die Schwangerschaft beendet. Du bekommst dann eine Blutung, die ggf. etwas stärker ausfallen kann, als du es sonst gewöhnt bist.
Plötzliches Absetzen oder Ausschleichen um Entzugserscheinungen zu vermeiden?
Für dein Baby ist es immer besser, wenn du so schnell wie möglich komplett aufhörst und alle schädlichen Substanzen aus deinem Leben streichst. Ein Entzug ist für dich schwierig, für dein Baby per se aber nicht gefährlich. Sollte dir das extrem schwerfallen, such dir bitte eine kompetente Beratungsstelle!
Wenn du regelmässig Medikamente einnehmen musst, besprich am besten schon im Kinderwunsch mit der zuständigen Praxis, ob es eine Schwangerschaftsfreundliche Alternative gibt. Die Website Embryotox informiert über viele Medikamente und stuft die Sicherheit für Schwangerschaft und Stillzeit ein.
Und Koffein? Offiziell heisst es, dass 300mg also ca 2 Tassen am Tag kein Problem für dein Baby darstellen. Tatsächlich ist die Datenlage dazu aber sehr gering und auch Koffein wird ungefiltert an dein Baby weitergegeben. Wenn Du also eine Tasse Kaffe in deinem Körper spürst, kannst du dir vorstellen, was für eine enorme Wirkung das für dein kleines Baby hat. Probier gerne mal koffeinfreie Alternativen aus.
Ernährung und Supplemente
In der Schwangerschaft für 2 essen? Das musst du sicher nicht. Du hast in der Schwangerschaft einen Kalorienmehrbedarf und einen Nährstoffmehrbedarf. Wichtig ist hierbei, dass du nicht Mengenmässig an zwei Menschen denken musst, sondern viel mehr Qualitätsmässig an deinen kleinen Bauchbewohner mitdenkst.
Gerade in der Schwangerschaft ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Durch regelmässige, kleine, gesunde Mahlzeiten lassen sich Schwangerschaftsbesschwerden, wie Kreislaufprobleme und Übelkeit etwas lindern und du schaffst eine gesunde Grundlage für die Entwicklung deines Babys.
Der Mehrbedarf entspricht ca. 150 Kalorien, das ist etwa eine Scheibe Vollkornbrot mit Aufstrich oder ein kleines Müsli mit Früchten.
Außerdem solltest du in der Schwangerschaft deine Blutwerte und Nährstoffe gut im Blick haben. Dein Baby braucht in verschiedenen Etappen viele Nährstoffe und “klaut” diese bei dir. Es ist also wichtig, dass du ausreichend versorgt bist, damit du nicht in einen Mangel rutscht.
Diese Nährstoffe gelten als potentiell kritisch in der Schwangerschaft:
- Folat
Folat braucht dein Baby vor allem in den ersten 8 bis 12 Schwangerschaftswochen, um das sogenannte Neuralrohr zu bilden. Aus diesem Neuralrohr bilden sich später Rückenmark und Gehirn. Folsäure ist die synthetische Variante von Folat. Die Empfehlung entspricht aktuell 400 mg Folat pro Tag in den ersten Schwangerschaftswochen. In besonderen Fällen lautet die Empfehlung sogar 800mg schon ab dem Kinderwunsch.
- Vitamin B12
Ein Mangel an Vitamin B12 kann viele Beschwerden verursachen und hemmt unter Umständen auch die Aufnahme anderer Vitamine. Gerade Vegetarier und Veganer sollten B12 unabhängig von einer Schwangerschaft supplementieren, da es den tierischen Produkten durch die Fütterung der Tiere beigesetzt wird.
- Vitamin D
Vitamin D können Menschen in geringen Mengen selber produzieren, in dem sie in der Sonne sind. Da die Sonneneinstrahlung aber auch negative Effekte mit sich bringt und ich niemanden empfehlen würde jeden Tag im Sommer in der Mittagssonne 2 Stunden ohne Schutz zu liegen, empfiehlt sich fast für jeden Menschen in Mitteleuropa Vitamin D zu supplementieren.
- Omega 3
Omega 3 ist in Fisch, Meeresfrüchten und Algen, sowie Nüssen wie Leinsamen, Walnüssen oder bestimmten angereicherten Ölen enthalten. Die meisten Menschen konsumieren zu wenig davon, um für den Mehrbedarf einer Schwangerschaft ausgerüstet zu sein.
- Jod
Jod kann ebenfalls in der Schwangerschaft und vor allem in der Stillzeit kritisch werden. Daher ist es oft in Folsäurepräparaten automatisch zugesetzt. Wenn Du Probleme mit der Schilddrüse hast, solltest du eventuell auf zusätzliche Jodpräparate verzichten. Besprich das mit deine Arztpraxis.
- Eisen
Die meisten menstruierenden Menschen haben mal mehr oder weniger mit einem Eisenmangel zu kämpfen. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel und rissige Schleimhäute sind typische folgen. Auch in der Schwangerschaft neigen viele Schwangere zu einem Eisenmangel. Ein gut verträgliches Eisenpräparat kann hier Abhilfe verschaffen. Tipp: Koffein und Kalzium verschlechtern die Eisenaufnahme, während Vitamin C sie verbessert!
Bei allen Vitamin ist es wichtig, dass du auf eine gute Qualität achtest, denn in Deutschland kann fast jeder ohne große Hürden Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt bringen. Recherchier also gut, welcher Firma du vertrauen schenkst. ( Und nein, der Preis und auch die Kennzeichnung explizit für die Schwangerschaft sind kein Indiz!)
Ich würde dir außerdem nie zu einer pauschalen Supplementierung raten. Am besten lässt du bei Kinderwunsch oder dann in der Frühscwangerschaft deine Werte einmal bei deinem Arzt / deiner Ärztin checken und supplementierst dann gezielt nur das, was dir fehlt.
Rohe tierische Produkte
Rohe tierische Produkte haben ein höheres Risiko Krankheiten und Erreger zu übertragen. Deshalb gilt in der Schwangerschaft ein hohes Maß an Vorsicht bei rohem Fisch, rohem Fleisch, Rohmilch, Rohmlichkäse und Co. und die Empfehlung ist, diese Produkte für die Schwangerschaft auszusetzen. Dazu gehören auch geräucherte Dinge wie Salami, bestimme Weichkäse und roher Lachs.
Lysteriose und Toxoplasmose sind nur zwei Stichpunkt ein diesem Zusammenhang. Es gibt unabhängig davon kritische Stimmen, die den Verzehr von rohen tierischen Produkten gesundheitliche Risiken nachsagen.
Auch bei Obst und Gemüse ist Vorsicht geboten: Am besten wäscht du alles, was du einkaufst gut ab. Die Empfehlung ist auch, auf schon geschnittenen und abgepackten Salat zu verzichten, da hier das Keimrisiko erhöht ist.
Sport in der Schwangerschaft
Grundsätzlich gilt: Hör auf deinen Körper und tu das, was dir gut tut. Sport in der Schwangerschaft ist gesund und bringt viele positive Effekte für dich und dein Baby.
Gleichzeitig solltest du Sportarten die deinen Beckenboden und deine Bauchmuskeln beanspruchen meiden. Denn dein Rumpf wird durch das Gewicht der Schwangerschaft sehr belastet und braucht gezielte Stärkung, statt noch mehr Belastung.
Joggen, Crunches, Trampolinspringen und Setups sind sehr unfreundlich für deinen Beckenboden und deine Bauchmuskeln.
Gezieltes Schwangerschaftsyoga mit Fokus auf Beckenoden und Bauchmuskeln, sowie spezielles präventives Training wie zum Beispiel Kangatraning oder Beckenbodentraining können deinen Rumpf stärken und Beschwerden vorbeugen.
Such dir eine Hebamme
Eine Gynäkologin hast du sicher schon von deinen regelmässigen Checkups. Für die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettbetreuung solltest du dir eine Hebamme suchen, die dich begleitet.
Dazu kannst du zB auf der Website deiner Krankenkasse schauen, oder auf der Seite des GKV (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen), dort gibt es Listen mit allen Hebammen in deinem Umkreis.
Es ist dir überlassen, ob du die Vorsorgen in der Schwangerschaft durch deine Frauenarztpraxis durchführen lassen möchtest oder durch deine Hebamme.
Zu den Vorsorgen und den Empfehlungen der Mutterschaftsrichtlinien findest du einen weiteren Blogeintrag auf meiner Website.
Die Wahl deines Geburtsortes
Ich weiß, die Geburt ist gerade noch sehr weit weg, wenn du gfeade erst erfahren hast, dass du schwanger bist. Aber je nach Geburtsort, macht es Sinn sich schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft damit zu beschäftigen. Vor allem wenn du dir eine außenklinische Geburt zB. Zuhause, oder in einem Geburtshaus vorstellen kannst, solltest du dich schnellstmöglich dort melden.
Schau dir hierzu auch gerne meinen Guide zum Geburtsort an, wenn du dir noch unsicher bist, was zu dir passt.
Jetzt weißt du über die wichtigsten Dos and Donts in der Schwangerschaft bescheid und kannst entspannt in dieses wundervolle Abenteuer starten.
Ich wünsche dir alles Gute!
Deine Hebamme Delia

